Typisch Krems: Betonieren, Sudern und Busse verunglimpfen

Nach langer Pause muss ich mich mal wieder zu Wort melden: Was die Kremser ÖVP derzeit aufführt, ist mir nicht mehr wuascht.

Da macht die SPÖ einmal etwas vernünftiges wie eine enorme Ausweitung der Öffentlichen Verkehrsmittel und wieder sudern alle. Krems ist eine Autostadt oder soll das zumindest bleiben, wenn man den Wortmeldungen der „Volkspartei“ glauben darf.

Die Prioritätsliste der Stadt Krems in Sachen Mobilität (direkt von der Website kopiert)

Das fängt schon damit an, dass auf der ganzen Website der Stadt Krems kein Wort zum Bahnhof Krems und der Anbindung dessen fällt. Dafür wird einem weit und breit erklärt, wie und wo man in der Stadt parken kann. Da braucht man sich dann nicht wundern, wenn die Touristen und ArbeitnehmerInnen dann die ganze Stadt vollparken.

Das soll jetzt kein dummes Autobashing sein, aber eine Stadtregierung, die im Jahr 2021 noch neue Parkplätze baut, darf man wohl in Hinsicht umweltfreundlicher Mobilität nicht ernstnehmen. Traurig genug, dass diese Fläche überhaupt leersteht, aber das kann ja wohl keine Lösung sein.

Nun wieder zurück zum Thema: Der Verkehrsstadtrat dürfte wohl eher zur vernünftigen Seite gehören, indem er dieses Projekt erst durchbrachte. Die Busse fahren nun teilweise im 30-Minuten-Takt durch die Stadt und da fällt dann auf, dass viele Kremserinnen und Kremser schon seit Jahren illegal herumstehen.

Man braucht hier nicht lange herumzuphilosophieren: Verkehrsströme gehen immer den widerstandslosesten Weg. Baut man Straßen/Parkplätze/Autobahnen aus, wird es bequemer mit dem Auto zu fahren. Baut man hingegen die Öffentlichen Verkehrsmittel (gut!) aus, werden diese mehr benutzt. Ditto Fahrradinfrastruktur.

Es gibt bereits Politiker in der Stadt (sogar von der ÖVP!), die natürlich wissen, dass vor allem in der Stadt kein Platz für immer breiter werdende Autos ist. Was ist die Lösung?

Eine maßgeschneiderte Lösung gibt es nicht!

Es gibt keine einfache Lösung für das Mobilitätsproblem. Wien hat zwar viel Verkehr auf die Öffentlichen Verkehrsmittel umlegen können, dafür hat aber ein milliardenteurer Ausbau über Jahrzehnte sowie viel Kritik in früheren Zeiten schon mehrmals dafür sorgen können, dass dies heute nicht so wäre. Einzelne wenige Unternehmer und Politiker versuchen in Krems seit Jahren, jeglichen Fortschritt zu verhindern.

Die Mobilität in Wien verursacht nur die Hälfte der Emissionen/Kopf wie am Land. Quelle: VCÖ

Dort wo Wien heute ist, muss man in den zentralen Bezirken wie in St. Pölten, Wiener Neustadt als auch Krems erst einmal hinkommen. Hier sind Maßnahmen wie der Öffentliche Verkehr hilfreich, andere wie die Ausweitung des Gewerbegebietes um fast die doppelte Fläche inklusive Waldrodung und neuer S5-Ausfahrt tragen wieder dazu bei, den MIV zu verstärken.

Der Flächenwidmungsplan weist hier Bauland – Industriegebiet aus. Rechts oben ist eine neue Ausfahrt aus Fahrtrichtung Krems geplant. Quelle: Stadt Krems
Heute sind beim geplanten Erweiterungsgebiet nur Wiesen, Wald und Felder. Satellitenbild: Google

Klar – das Erweiterungsgebiet ist nicht „Natur pur“ und auch kein Naturschutzgebiet, doch bringt eine Erweiterung nur noch mehr Verkehr und Versiegelung. Dies ist nur ein kleines Beispiel, wie hier durch zentrumsferne Firmenansiedelungen Verkehr generiert statt vermieden wird.

Die Medien spielen mit

Jeder Furz der hiesigen Unternehmer (eigentlich nur der Fleischer Graf und ein Honigladen) plus die Autofahrerlobby in Gestalt der ÖVP und FPÖ versuchen hier, obwohl sie bei den Sitzungen für das Projekt gestimmt haben, eine negative Stimmung für das Projekt aufleben zu lassen.

Dazu zählt auch die NÖN, die als ÖVP-nahe-Zeitung hier immer wieder Öl ins Feuer gießt:

Den Gipfel der Blödheit stellt hier „Corona-ist-nicht-so-schlimm“-Fernsehsender Servus TV dar, der im folgenden Video das Ganze in die Lächerlichkeit zieht.

Quelle: Servus TV

Folgende Dinge merke ich aus rechtlicher Sicht der gesamten Diskussion an:

  • Bestandsschutz der bestehenden Verkehrswege: Alte Straßen wie diese in der Innenstadt müssen die Mindestbreite nicht erfüllen, das gilt natürlich nur für Neubauten. Sonst müsste man ja auch die halbe Innenstadt abreissen.
  • §23 StVO , Abs. 1) Der Lenker hat das Fahrzeug zum Halten oder Parken unter Bedachtnahme auf die beste Ausnützung des vorhandenen Platzes so aufzustellen, daß kein Straßenbenützer gefährdet und kein Lenker eines anderen Fahrzeuges am Vorbeifahren oder am Wegfahren gehindert wird.
    • Wenn der Bus nicht vorbeikommt, gilt an dieser Stelle automatisch „Halten- und Parken verboten“
  • §24 StVO, Abs.1 Das Halten und Parken ist verboten …
    • b) auf engen Stellen der Fahrbahn, im Bereich von Fahrbahnkuppen oder von unübersichtlichen Kurven sowie auf Brücken, in Unterführungen und in Straßentunnels,
    • o) wenn Fußgänger, insbesondere auch Personen mit Kinderwagen oder Behinderte mit Rollstuhl, an der Benützung eines Gehsteiges, eines Gehweges oder eines Geh- und Radweges gehindert sind,

Man merke sich, wenn der Bus/Fußgänger/Rollstuhlfahrer nicht am Gehsteig oder auf der Straße vorbeikommt, kann das Auto gar nicht „korrekt abgestellt“ worden sein. Das sollte auch eine Lehre sein für Autos in Übergrößen (SUVs, Hausfrauenpanzer, Stadtgeländewagen, …), welche diese Regelungen auch gerne mit Füßen treten, da ihre Autos breiter sind als die alte Norm und daher nicht in jeden Parkplatz passen.

Das Problem an den oben genannten Regelungen ist, dass sie über Jahrzehnte ignoriert worden sind und hier ein Gewohnheitsrecht eingetreten ist: „Wo Platz ist, kann ich parken“. Das stimmt so nicht! Wo genug Platz für alle anderen Verkehrsteilnehmer auch nach dem Einparken ist, kann ich parken.

Normalerweise braucht man also den ganzen Schilderwald „Halten und Parken verboten“ gar nicht, da es auch ohne Schild illegal wäre. Aber um der Anarchie der Faulheit Herr zu werden, hängt man halt überall Schilder hin …

Conclusio

Der neue Stadtbus ist ein gutes Projekt, hat aber leider noch immer keine Durchgangslinie und auch keinen 15-Minuten-Takt oder Betrieb am Sonntag. Eine eventuelle Straßenbahn rückt in jahrtausendweite Ferne, wenn man die Anfeindungen an den neuen Stadtbus sieht: Der Bus ist schuld, dass ich nicht mehr (illegal!) parken darf. Gratulation ÖVP, Projekt gelungen!

Brief an den Wahlkampf-Shorty

Lieber Shorty,

da du nach der nächsten Wahl aufgrund der Dekadenz der Bevölkerung wieder unser Kanzler sein wirst, wünsche ich mir von dir folgendes:

  1. Es wäre ganz nett, wenn du das Österreichische Parlament ernst nehmen würdest, anstatt im Eilverfahren illegale Gesetze durchzupeitschen.
  2. Harald Mahrer kann nicht alles machen. Und bitte setz endlich eine Umweltministerin ein, die mehr als blöd dasitzen und Standortverlegungen durchführen kann. Das Thema ist ernst.
  3. Mir wäre es lieber, wenn du mit keinen rechtsextremen Nasnbohrern koalieren würdest, auch wenn sie dir ideologisch am Nächsten stehen.
  4. Nur weil du 20 Kilo Haargel am Kopf picken hast, musst du nicht immer den gscheitesten spielen. Irren ist menschlich.
  5. Spreng nicht immer die Regierung: 2 Regierungen in 2 Jahren, wir Österreicher haben neben wählen auch ein echtes Leben.
  6. Erklär einmal, was der neue Stil eigentlich ist. Niemand weiß das, vielleicht weißt du das?
  7. Respektiere die Presse. Messetsch-Control ist eine Verarsche jedes denkenden Bürgers. Diskussionen sind öffentlich im Parlament zu führen.
  8. Lass die Finger von Themen, von denen du keine Ahnung hast. Stichwort ORF, Bildung und Politik
  9. Erklär mal, woher das ganze Geld für den ÖVP-Wahlkampf 2017 kam.
  10. Du wirkst immer so, als hättest du jeden Satz vorher auswendig gelernt. Spontanität erwarte ich von einem Staatsmann.

Ich weiß, dass du das nie lesen wirst, weil du deine Zeit lieber mit dem Spiegel verbringst. Ich auch, wir sind beide schon recht hübsch.

Bussi,

dein Stoal

Kickl, Vilimsky und andere Waldhäusln

Ach, jetzt ist schon wieder etwas passiert. Ein bedauerlicher Einzelfall, ein kleines Gedichtchen über Ratten oder ein Plakat der RFJ, welches NS-Propaganda ähnelt. Einzelfall.

Es ist ja wirklich bedauerlich, dass gerade in der Partei, die im rechtsextremen Eck Österreichs fischt, sich soviele „Nazis“ tummeln. Doch ich fürchte, es reicht. Es erinnert sovieles an die langsame Radikalisierung der 1930er Jahre, nur das Feindbild hat sich verändert. Nun sind es Linke Netzwerke und vorallem die Islamisten, „Ausleeenda“, Asylanten und andere Minderheiten, gegen denen gehetzt wird.

Nationalismus basiert auf der Lüge, das ein Volk besser ist als andere. Das 20. Jahrhundert zeigt uns eindrucksvoll, was uns das gebracht hat. Die Geschichte wiederholt sich, wir Menschen lernen nicht daraus. Wir werden sehen, wie es weitergeht. Mehr Überwachung, „Ausreisezentren“ und einen vollkommen verrückten Innenminister haben wir jetzt schon. Der nächste Schritt nach der jetzigen Ausgrenzung ist die Abgrenzung, ich lasse hier offen, wie diese geschieht.

Ja, wir müssen etwas tun. Zum Beispiel keine rechtsextremen Parteien wählen, aber auch nicht die ÖVP, die diese Entgleisungen erst möglich gemacht hat und teilweise unterstützt. Bei den Europawahlen setzt Kurz neben den altbekannten und ehrwürdigen Karas auch Edtstadler ein, welche absolut unwählbar ist. Auch wenn ich mit der Ideologie nicht übereinstimme, haben die NEOS ein interessantes Konzept vom Vereinigten Europa, welches ich positiv sehe. Die SPÖ hat nichts interessantes vorgelegt und die FPÖ kocht wie immer die alte braune Suppe wieder warm. Informiert euch, wählt keine Idioten in das Parlament!

Noch haben wir ein Parlament und die Möglichkeit, alles zu verändern.

Warum Office 365 für Unternehmen keine Lösung ist

UPDATE: Der Artikel kusiert zwar schon länger, ich komme aber heute erst dazu ihn zu posten… Ein weiterer Grund, warum man keine Microsoft-Cloud-Produkte nutzen sollte und es nicht DSGVO-Konform ist:

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Untersuchung-Microsoft-Office-sammelt-Daten-und-verstoesst-gegen-die-DSGVO-4224823.html

Viele Unternehmen versuchen mittlerweile (leider), Ihre IT in die Cloud zu verfrachten. Vor allem in die Cloud US-Amerikanischer Hersteller wie Google, Microsoft oder Dropbox. Warum das aber eigentlich nicht DSGVO-Konform und somit eigentlich schwer illegal ist, zeigt dieser Blog-Eintrag der Firma Nextcloud:

European datacenter is no solution, recent developments show – nextcloud.com

Rant: A1 spart, wo es nur geht

Heute musste ich mich wieder massiv aufregen: Ich wollte von meinem Heimserver ein Offsite-Backup bei einem kleinen 8Mbit A1-Anschluss eines Verwandten machen. Ich bastle also so an der Synology Diskstation, die als Backupserver dient, am DDNS, bringe das ganze funktionstüchtig, und als ich am A1-Router das Port-Forwarding eintragen wollte, musste ich mich schon das erste Mal massiv Aufregen: Die Funktion Port-Forwarding heißt nicht Port-Forwarding, sondern „Spiele- und Anwendungen freigeben“. Welcher hirnverbrannte Mitarbeiter denkt sich solche dämlichen und nichtssagenden Begriffe aus? Das Interface natürlich unterste Liga und kaum zu benutzen, habe ich mich da irgendwie durch gequält, um dann festzustellen, dass es erst nichts gebracht hat. Warum? Weil diese Firma echt die Frechheit besitzt, statt endlich IPv6 einzuführen, CgNat zu betreiben. Das bedeutet, auf Carrier-Ebene bereits zu Natten und so IP-Adressen zu sparen. DAS IST DOCH KOMPLETT GEGEN DAS KONZEPT VOM INTERNET!!! Wo kann ich denn dermaßen den User einschränken? Abgesehen von Spezialisten, auch den normalen Anwender trifft das! Wie soll sich zum Beispiel einer eine Security-Cam oder eine Alarmanlage installieren, die Zugriff von außen braucht? Ja geht’s noch?

Links und Credit

https://de.wikipedia.org/wiki/Carrier-grade_NAT